Was ist so klasse an einer Solawi?

  • Als ich zuerst von der Solawi hörte fand ich vor allem die Idee super, genau zu wissen, wo mein Gemüse herkommt. Fast wie aus dem eigenen Garten. Im Bioladen (und in Supermärkten erst recht) fand ich zunehmend Artikel, die von ganz woanders her kamen, also nicht unbedingt regional angebaut. Bei der Solawi bin ich sicher, alles ist regional, saisonal und natürlich biologisch angebaut und beim Anbau werden die Bedürfnisse der Natur berücksichtigt, werden Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität und Landschaftsschutz mitgedacht.

    Aber mit der Zeit merkte ich, das ist noch längst nicht alles. Durch regelmäßige Besuche am Hof bekam ich einen ganz neuen Bezug zu meinen Lebensmitteln, viel direkter, persönlicher. Und natürlich wuchs ebenso auch der Kontakt und damit das Vertrauen zum Bauern/Gärtner.

    Dazu kam dann mit zunehmendem Engagement auch die Erkenntnis: Mitmachen macht Spaß. Gemeinsam draußen auf dem Feld pflanzen, krauten oder Kartoffeln ernten oder eine Sauerkrautaktion oder auch mal ein Infostand über unsere Solawi auf einem Markt, da entsteht eine schöne Gemeinschaft mit tollen Menschen.

    Wie ist das für euch? Was ist euch wichtig?

  • Neben echter Regionalität und Bioqualität war es mir mit meinem Einstieg bei der Solawi wichtig auszuprobieren, ob das Konzept funktioniert. Das hat sich für mich bestätigt. Nun ist es mir wichtig, diese Erkenntnis in meinem Umfeld zu verbreiten. Genau darin sehe ich nämlich eine Chance, dass mehr Menschen eine nachhaltige und ressourcenschone Landwirtschaft unterstützen. Wenn dies gelingt, habe ich aktiv einen Beitrag zu Klima- und Umweltschutz geleistet und zusätzlich noch als Multiplikator für die Verbreitung einer tollen Idee gesorgt! So kann aus einer Idee eine Bewegung entstehen... ähnlich wie bei "Fridays for Future". Es würde mich glücklich und stolz machen.

  • Das sehe ich genau so. Ich glaube, es ist wichtig neue Versorgungsmodelle vorzuleben. An manchen nicht so optimistischen Tagen glaube ich, dass wir sie in nicht allzu langer Zukunft womöglich dringend brauchen werden... In emotional sonnigeren Momenten genieße ich einfach die tolle Qualität unseres Solawi-Gemüses und freue mich, Teil der Gemeinschaft zu sein :)

  • Mich hat es jedes mal aufgeregt, wenn ich im Supermarkt stand und mich zwischen regional,biologisch und plastikfrei entscheiden zu müssen. Dann erfuhr ich über die Mutter von meiner Freundin das es sowas wie Solawis gibt. Auf der suche nach einer Solawi in meiner Region stieß ich dann auf die Solawi Weingarten (Gutes Gemüse). Dort schaute ich mir dann das Konzept an einem Tag der offenen Tür an und war sofort überzeugt. Um dort mit zu machen war mir Weingarten dann aber zu weit entfernt und irgendwie zerstörte das den nachhaltigen Gedanken. Also entschied ich mich gemeinsam mit meiner Freundin "einfach" selbst eine zu gründen. Das dass nicht so einfach geht merkten wir relativ schnell. Aber wer gutes Gemüse haben will der muss halt auch was dafür tun :-)

    Im laufe der Zeit stellte sich dann herraus wie viele Sachen noch hinter einer Solawi stecken. Es geht nicht nur um gute Gemüse, nein es geht auch um die Gemeinschaft. Wir waren zugezogene und kannten niemand im Ort. Mitlerweile haben wir uns ein richtiges Netzwerk aufgebaut, jede Menge Leute kennen gelernt und uns selbst einen Namen gemacht.

    Man kann auch jede Menge lernen, nicht nur wie man Gemüse anpflanz, sondern auch weiterverarbeitung. ABer selbst da ist noch nicht das ende der Fahnenstange.

    Es gibt jede Menge zu lernen und zu entdecken. Auch im Bereich der Organisation einer Solawi (Steuer, Recht, Versicherung, Finanzbuhaltung, Öffentlichkeitsarbeit, Vernetzung, Komunikation etc.). Das Projekt Solawi ist in alle Richtungen erweiterbar (Foodshareing, Foodcoop, Nachbarschaftshilfe, Gemeinwohlökonomie etc.).

    Es ist wahnsinnig was man mit solch einer Gemeinschaft alles bewegen könnte.

    Solawis sind einfach genial!

    Wenn du weißt wo du bist kannst du sein wo du willst