Draußen - Holzstapel

Holzstapel


Im Wald hinter meinem Zuhause sind in den vergangenen Monaten viele Fichten und Kiefern geschlagen worden. Einige hatten die Trockenheit des letzten Sommers nicht lebend überstanden, andere waren in stürmischen Tagen in Schieflage geraten oder gar ganz zu Boden geworfen worden. So nach und nach sind sie aus unwegsamem Gelände an zugänglichere Orte verfrachtet worden und liegen nun in übermannshohen Stapeln am Rande meiner Lieblingsspazierwege. Ein trauriger Anblick. Doch wenn die Sonne die Luft erwärmt und womöglich sogar auf die nun auf Abtransport wartenden Stämme fällt, dann entwickelt das Holz eine Wolke herrlicher Düfte, denen ich nie widerstehen kann. Dann muss ich einfach näher herangehen, genau genommen ganz nah heran, meine Nase an eine der Schnittflächen halten, selbst wenn das bedeutet, dabei in unliebsamen Kontakt zum Baumharz zu kommen, und ausgiebig schnuppern. Tief atme ich den noch süßen, lebendigen Duft der frisch geschlagenen Bäume ein, nur um ein Stück weiter, das Aroma der schon länger so daliegenden „Alten“zu genießen. Deren Duft ist trockener und herber. Er versetzt mich direktemang in eine aus Fichtenholz errichtete Berghütte. Und so kann man mich bei jedem meiner Rundgänge kurz an den Stapeln anhalten sehen. Ein bisschen wehmütig und gleichzeitig genießerisch.