Heckenpflege - aber richtig!

All diesen Kulturlandschaften ist gemein, dass sie nicht nach dem Prinzip „einfach wachsen lassen“ zu erhalten sind. Sie brauchen Pflege und, wenn Pflanzen und Tieren wirklich gedient sein soll, fachkundige Pflege.

Hecken auf den Solawi Äckern

Unsere Solawi-Äcker liegen in einem Landschaftsschutzgebiet auf dem Vlothoer Winterberg, das sich besonders durch seine vielen Hecken zwischen Weiden und Streuobstwiesen auszeichnet. Hecken sind wunderbare Schutz- und Rückzugsorte für allerlei kleine Säugetiere, für Amphibien, Reptilien und sehr viele Vögel. Dichtes Geäst, Dornen und ein Sichtschutz aus Blättern gibt diesen hier Sicherheit. Im Sommer, gerade wenn der so heiß ist, wie die letzten Jahre, spenden Hecken den notwendigen Schatten und ein wenig Feuchtigkeit. Bei uns findet man sogar den Neuntöter. Ein Zeichen dafür, dass es hier an Futter in Form von Insekten nicht mangelt.

Auf die richtige Pflege kommt es an

Nun haben Hecken allerdings die schlechte Angewohnheit, sich im Laufe der Jahre doch eher in eine Reihe von Bäumen entwickeln zu wollen. Die Stämme beginnen zu verkahlen. Wo eben noch Sichtschutz für kleine Nager und niedrig Brüter war, gibt es dann nur noch kahles, aufrechtes Holz. Will man die Schutzfunktion von Hecken erhalten, ist das regelmäßige Runterschneiden unerlässlich. Nur durch diese recht rigorose Maßnahme, entsteht wieder die typische buschige Form, die feine Verästelung vom Boden an, die für Heckenbewohner so wichtig ist. Genau an dieser Stelle setzt die Kritik an der gängigen Methode im Umgang mit Hecken an. Vielerorts lässt sich beobachten, dass es, im kommunalen aber auch privaten Bereich üblich zu sein scheint, die gesamte Hecke auf einen Streich „auf Stock zu setzen“. Mitarbeiter von kommunalen Bauhöfen oder in der Forstwirtschaft stehen oft enorm unter Druck. Ihre Arbeit ist kaum zu bewältigen. Einmal vor Ort, wird dann Tabula Rasa gemacht, alles, was man vorfindet, radikal gekürzt, dann muss man an diesen Bereich erst einmal wieder für eine gewisse Zeit nicht denken.

Lebensraum für Tiere

Hausbesitzern wiederum steht zum einen wohl manchmal der eigene Sinn für Ordnung aber auch fehlendes Wissen im Wege, wenn es um tiergerechte Heckenpflege geht. Tiergerecht bedeutet in diesem Zusammenhang nämlich, dass nicht die ganze Hecke auf einmal gekürzt, also nicht der gesamte gewohnte Schutzraum vernichtet wird. Man sorgt dafür, dass zwischen den auf Stock gesetzten Pflanzen, unbeschnittene Abschnitte stehen bleiben, die dann weiter die Schutzfunktion für die Tierwelt aufrecht erhalten können. Bewährt hat sich zudem, das Schnittgut nicht abzutransportieren, sondern es unten in die frisch geschnittene Hecke oder auch an andere Stellen, wo Verkahlung droht, zu legen. So sorgt man, schon bevor neue Zweige am Boden sprießen, für Unterschlupfmöglichkeiten. Mit dem nächsten Heckenschnitt wartet man so lange, bis die kurz geschnittenen Büsche, wieder eine ordentliche Höhe erreicht haben. Nun nimmt man sich die Teile vor, die man beim letzten Mal lang gelassen hat. Auf diese Art und Weise entstehen Hecken, die so etwas wie eine Wellenform aufweisen. Für alle Tiere ist gesorgt. Unten gibt es Schutz und im höheren Bereich gute Plätze mit Überblick! Es spricht nichts dagegen, so auch im eigenen privaten Garten vorzugehen!


Noch ein Wort zur Art der Bepflanzung: Es empfiehlt sich, einheimische, blühende, Beeren tragende Büsche zu wählen. Dann ist nicht nur für Brut- und Schutzplätze gesorgt, sondern zudem der Tisch für alle Tiere reich gedeckt.


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