Fokus Natur Tag in der Solawi Vlotho - eine schöne Bestätigung!

Der Maßnahmenkatalog


Dass ökologischer Anbau allein noch nicht ausreicht, um Problemen wie dem Insekten- und Vogelsterben zu begegnen, ist in den letzten Jahren immer deutlicher geworden. Und verantwortungsvolle Anbauverbände, wie eben der Biolandverband, dem wir angehören, setzen jetzt verstärkt darauf, ihren Gärntnerinnen und Bauern umfassende Natur schützende Maßnahmen nahe zu bringen. In diesem Zug ist der Fokus-Naturtag, ein Beratungsangebot, des Biolandverbandes für seine Mitglieder, entstanden. Als Grundlage gilt ein 193-Seiten starker, sehr detailliert ausgearbeiteter Maßnahmenkatalog, voller Anregungen zu Natur freundlicherer Gestaltung von Hof, Feld, Weg, Rain, Grünland und Wald. Das reicht von Erklärungen zum Anbringen von Nisthilfen für Wildbienen, Wespen, Eulen, Fledermäusen und Vögeln aller Art, über Anleitungen zur Streuobstwiesengestaltung, bis zu Themen wie extensiver Beweidung, Blühstreifen, Brachflächen, einem Feldvögel und -hasenfreundliches Mähregime und, und, und…


Persönlicher Besuch auf dem Hof


Und mit diesem Maßnahmenkatalog „unter dem Arm“ erschien am 10. Juni diesen Jahres Veronika Heiringhoff Campos als fachkundige Beraterin auf unserem Hof, denn Bioland belässt es nicht bei schriftlichen Ausarbeitungen, sondern setzt auf den persönlichen Kontakt, auf Gespräch und Austausch.

Ute Lemke, Solawi-Mitarbeiterin, drehte mit der Besucherin eine Runde. Sie waren gründlich und nahmen sich Zeit, und der Gang über unser Land dauerte mehrere Stunden.


Ergebnisse


Zum Konzept von Fokus-Naturtag gehört, dass auch gleich vor Ort ein anschauliches Ergebnis hergestellt werden kann: ein individuelles Poster. (Die Vlothoer können es in der Diele, wo das Gemüse ausgegeben wird, bewundern). Bemerkenswerte oder veränderungswürdige Stellen, die man beim Rundgang gefunden hat, werden fotografiert und mit Text und Symbolen versehen und dann zu einem hübschen Poster weiter verarbeitet. Später soll zudem ein ausführlicher Bericht folgen.


Lob, Lob, Lob!


Der Rundgang muss wohl allen sehr viel Spaß gemacht haben, denn es zeigte sich, dass unser Gärtner Lothar in den Jahrzehnten, in denen er das Land gestaltet hat, vieles richtig gemacht hat. Während andere noch dazu angeregt werden müssen, Streuobstwiesen, Hecken und Feldgehölze anzulegen, sind die bei uns schon längst vorhanden. Auch Blühstreifen haben wir seit Jahren ins Anbaukonzept integriert. Wildkräuter führen bei uns ein recht angenehmes Leben. Die ersten blühenden Wiesen (Glatthaferwiesen) sind angelegt und tun bereits, was sie sollen, nämlich blühen! Lothars kleine Rinderherde beweidet extensiv eine schöne, große Fläche von Grünland.

Besonders gut gefiel der Beraterin, dass Lothar eine alte Roggensorte anbaut, die, weil hochwachsend, nur sehr licht ausgesät werden kann, und so Brutmöglichkeiten für bodenbrütende Vögel sowie Raum für besondere Kräuter bietet. Auch der liebevolle Lehmanstrich an unseren Obstbäumen, fand Veronika Heiringhoff Campos gerührte Zustimmung. Die durch Hecken kleinteilig gegliederte Landschaft begeisterte die Besucher. Selbst Stall und Diele wurden gelobt. Da sind die Räume nicht total durchrenoviert, glatt und eventuell sogar durch chemische Baustoffe verseucht, sondern bieten durch ihre Naturbelassenheit, durch Abbröckelndes und raue Strukturen guten Halt und ein gesundes Klima für Schwalbennester.


Empfehlungen


Ein paar Ideen hatte die Beraterin am Ende doch noch. Die betrafen jedoch nur noch sehr kleine mögliche Verbesserungen. In den Gemüsebeeten könnten noch Nützlingsstreifen angelegt werden. Dafür gibt es besonderes Saatgut. (Diese Anregung ist mittlerweile umgesetzt worden) Um die Baumscheiben der Obstbäume herum sollten noch einmal gemäht werden, damit die Versorgung mit Wasser und Nährstoffen optimal gewährleistet wird. (Ist auch schon erledigt!) Hühner würden sich auf den Streuobstwiesen gut machen, lautete ein weiterer Rat. Doch für Hühnerhaltung ist im Moment echt keine Kapazität vorhanden. Am Hof könnten Nachtblüher für nächtliches Insektentreiben und damit für mehr Futter für Fledermäuse sorgen, und wenn man rechts und links von den Folientunneln noch Blühstreifen anlegen würde, könnte das nützliche Bestäuber für Tomate und Co. anziehen. (Da ist noch was zu tun)


Ansonsten gilt: Daumen hoch für den Naturschutz bei der Solawi Vlotho!

    Kommentare 1

    • Danke für den Beitrag! Das hat mich heute zusätzlich motiviert beim Feldarbeitstag dabei zu sein.