Gründüngung – Fitness für den Acker

Bedeutung der Gründüngung

Zunächst einmal hilft die Begrünung der „nicht genutzten“ Ackerfläche den Boden vor Austrocknung und jeglicher Art von Erosion zu schützen. Weiterhin ergeben sich positive Auswirkungen auf das bodennahe Mikroklima. Eine Beschattung verbessert die Lebensbedingungen von Kleinstlebewesen. Diese wiederum sorgen durch ihren Stoffwechsel für eine Optimierung der chemischen und biologischen Zusammensetzung des Bodens. Der Humusanteil im Boden steigt. Neben der Zusammensetzung ist aber auch die Beschaffenheit des Bodens von Bedeutung. Im Gegensatz zu einer verkrusteten oder sogar verdichteten Fläche ist kennzeichnet den fruchtbaren Boden eine durchlüftete Bodenstruktur. Die Gründüngungspflanzen mit ihren Wurzeln und die Kleinstlebewesen mit ihren Stoffwechselprozessen tragen dazu bei, dass sich „Bodenkrümel“ mit Lufteinschlüssen bilden. Solch ein Boden kann Nährstoffe und Wasser optimal aufnehmen, speichern und verteilen. Einige Arten von Pflanzen, die zur Gründüngungen genutzt werden, wurzeln mehrere Meter tief in den Boden und transportieren Nährstoffe von dort in die für den Gemüseanbau genutzten oberflächennahen Schichten. Mit Gründüngung vorbereiteter Boden schützt manche Nutzpflanzen sogar vor Pilzbefall. Ein überaus positiver Nebeneffekt.

Weiterer Nutzen und Verwendung

Natürlich bildet eine Fläche mit Gründüngung auch ein Paradies für Insekten, wie Wildbienen oder Schmetterlinge. Hier ist die Insektenwelt ungestört. Die dürfen auch gern ein bisschen an allen Pflanzen knabbern. Das macht dem Gemüsebauern nichts aus. Es wird ja keine Ernte gefährdet. Damit leisten Gründüngungen einen wertvollen Beitrag zur Biodiversität. Sobald die Gründüngung ihren ersten Zweck erfüllt hat, wird die Fläche gemäht. Der dabei anfallende Grünschnitt ist, anders als beim Rasenmähen zu hause, keineswegs nur ein Abfallprodukt. Diese Biomasse stellt vielmehr einen wertvoller Rohstoff dar, der zum Schutz vor Sonne und Wind zwischen den Nutzpflanzen verteilt werden kann. Letztlich besteht seine Hauptaufgabe aber darin, beim Eingearbeitetwerden in die obere Bodenschicht die Bodenqualität weiter zu verbessern. Er ist ein natürlichen Dünger. Einige Pflanzen werden gezielt genutzt, um den Boden mit wichtigem Stickstoff zu versorgen. Neben dem Nutzen im Ackerbau kann der Schnitt der Gründüngung natürlich auch als Viehfutter verwendet werden.

Die Gründüngung hat nur wenige Nachteile

Offensichtliche Nachteile der Gründüngung sind zusätzliche Kosten und Arbeitsaufwand. Eine nicht bewirtschaftete Fläche wirft keine Ernte ab. Auch das Saatgut für die Gründüngung muss gekauft werden. Weiterhin sind die Vorbereitung des Ackers und die Aussaat mit Arbeit verbunden. Schließlich muss noch gemäht werden und der Pflanzenabschnitt in den Boden eingearbeitet oder auf den Feldern mit den Nutzpflanzen ausgebracht werden. Die bereits beschriebenen Vorteile überwiegen jedoch deutlich. Langfristig wird der Gemüsebauer mit einer tollen Bodenstruktur und einem hohen Humusanteil belohnt. Die Nährstoffversorgung ist sichergestellt, auch ohne den in der konventionellen Landwirtschaft unverzichtbaren Kunstdünger. Zudem sind die durch Gründüngung gepflegten Äcker und seine Lebewesen weniger anfällig für Trockenheit.

Gründüngungspflanzen

Welche Pflanzen kommen bei der Gründüngung zum Einsatz? In vielen Fällen wählt man an dieser Stelle sogenannte Pionierpflanzen. Diese besitzen die Fähigkeit, Nährstoffungleichgewichten oder Nährstoffmangel entgegenzuwirken. Die bekanntesten grünen Pioniere sind Vertreter der Leguminosen. Dabei handelt es sich um eine artenreiche Familie der Hülsenfrüchtler. Dazu gehören viele Kleearten, Lupinen, Wicken, Erbsen und Bohnen. Auch bei der Gründüngung ist es wichtig die Fruchtfolgen zu beachten. Ganz besonders gilt dies für diese Hülsenfrüchtler. Nur dann kann eine Bodenverbesserung erreicht werden, die sich in höheren Erträgen bei den Nutzpflanzen bemerkbar macht. Ein sehr beliebter und unproblematischer Bodenverbesserer ist der Winterroggen. Der ist mit keinem Gemüse verwandt, welches später angebaut werden könnte, macht also, was die Fruchtfolge angeht, keine Probleme. Als schönen Nebeneffekt kann man den Roggen wahlweise auch als Nutzpflanze ernten. Besonders effektiv ist natürlich eine Mischung verschiedener Pflanzen als Gründüngung. Bezeichnet werden diese Mischungen als Grüngemengesaat. Der Vorteil des Grüngemenges liegt darin, dass die verschiedenen Pflanzenarten unterschiedliche Ansprüche an Bodenbeschaffenheit und Nährstoffe stellen und sich so gegenseitig bei der Bodenverbesserung ergänzen. Das Ergebnis ist eine noch optimalere Bodenversorgung. Auch hier wirkt Biodiversität positiv auf das Gesamtergebnis. Ergänzt werden kann das Grüngemenge natürlich noch um Blühpflanzen im Sinne des Insektenschutzes.



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