Obst und Gemüse - Gemüse und Obst

Die eigene Gesundheit: Mein neuer Lieblingsautor


Ich habe derzeit mal wieder einen neuen Lieblingsautoren in Sachen Ernährungskunde: Dr. Michael Greger. Der hat die beiden Bücher „How not to die“ und „How not to diet“ verfasst. Beeindruckend ist die Vorgehensweise, mit der Greger und sein Team zu ihren Ergebnissen kommen: Sie wühlen sich durch die abertausend weltweit verfassten wissenschaftlichen Studien, die Zusammenhänge von Ernährung und Gesundheit herstellen, und ziehen ihre Schlussfolgerungen daraus. Und diese Schlussfolgerungen sind eindeutig: wenn es um die Verbesserung der Gesundheit geht, weisen alle Zeichen in Richtung einer vollwertigen pflanzenbasierten Ernährung. Und Obst und Gemüse sind neben Vollkorngetreide, Nüssen und Hülsenfrüchte die Hauptdarsteller in diesem Lehrstück.


Die Heilkräfte der Pflanzen


Es tut immer mal wieder gut, etwas über die wunderbaren Heilkräfte unserer Lebensmittel zu lesen. Freie Radikale fangende Beeren, bekömmlicher Brokkoli, ballaststoffreiche Rüben, lebensspendendes Grün in grünem Blattgemüse, entzündungshemmender Knoblauch, schlankmachende Äpfel. Mit solchem Wissen isst man irgendwie noch genussvoller und dankbarer. In Gregers Büchern gibt es auch viele ganz konkrete, und, wie wir jetzt wissen, wissenschaftlich abgesicherte Tipps, wie man bestimmten gesundheitlichen Problemen (beispielsweise hohem Blutdruck, hohen Cholesterinwerten, Diabetes, Übergewicht) per Speiseplan beikommen kann.


Geteilte Weltsicht


Sehr sympathisch ist mir zudem der absolut kritische Blick, den der Autor auf die Lebensmittelindustrie hat. Diese Konzerne, Produzenten von hoch denaturierten, schädlichen Produkten, die mit ihren Werbestrategien und der Lobby-Arbeit, Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung auf politischer Ebene oft schon im Keim ersticken, (s. die zaghaften Versuche, den Zuckergehalt in typischen „Kinderprodukten“ zu senken. Man setzt, und das bringt ganz gar nichts, auf die Selbstregulierung der Hersteller), sind ihm ein echter Dorn im Auge.

Auch zum Thema Subventionen bezieht Greger Stellung. Sein Schwerpunkt liegt hier, schließlich ist er amerikanischer Staatsbürger, jedoch auf den US-amerikanischen Bedingungen. Dort sind es vor allem die Subventionen, die in die Maissirup, Hühner- und Rindfleisch produzierende Branche gehen, die ihm die Haare zu Berge stehen lassen.


Gemüse essen – nicht nur gut für den Einzelnen


Zum echten Gewinn für unsere Gesundheit und für die Welt an sich wird die Pflanzen basierte Ernährung, wenn wir dabei tatsächlich der Anteil tierischer Nahrungsmittel minimieren. Im Körper wirken tierische Fette entzündungsfördernd. Fleisch und auch Fisch, beide kommen von der Spitze der Nahrungskette, haben oft eine große Schadstoffbelastung. Und betrachtet man die Auswirkungen des individuellen Essverhaltens auf Umwelt, tut man mit dem Verzicht auf tierische Produkte sehr viel Gutes.


Klima und Welthunger


Regenwald wird heute gerodet, um noch mehr Tierfutter anbauen zu können, also um unsere anscheinend kaum stillbare Gier nach Fleisch zu befriedigen. Riesige Flächen weltweit sind dem Vieh und ihrem Mastfutter vorbehalten, anstatt Nahrungsmittel darauf zu kultivieren, die den Menschen direkt dienen. Unser übertriebener Fleischkonsum treibt den Flächenverbrauch der Menschheit in die Höhe. Ebenso fördert er die Ungerechtigkeit. Die Reichen schwelgen in billigem Fleisch, den Armen geht das Land verloren. Auch Milchviehhaltung ist Schlachthaltung und Milchvieh, vor allem in auf Hochleistung gezüchteten Form, braucht sehr viel Sojabeifutter.

Eine Rückbesinnung auf vorwiegend pflanzliche Kost könnte dem Regenwald, dem Ozean und damit dem Klima gut tun.


Und Überraschung: Es gibt einen Zusammenhang zwischen unserer Ernährung und Pandemien!


Und einen weiteren Aspekt, was die Folgen der weltweiten fleischbetonten Ernährungsweise angeht, habe ich dank meiner Beschäftigung mit Dr. Greger, endlich begriffen. Greger ist nämlich vom Ursprung hier Fachmann für Infektionskrankheiten und hat sich, bevor er sich der Epidemie von Zivilisationskrankheiten zuwandte, mit den drohenden Gefahren von Influenza-Pandemien auseinandergesetzt.

Seine These: Pandemien, wie die derzeitige Corona-Pandemie, sind hausgemacht! Sie können nur entstehen, wenn wir Tiere in der heute üblichen Weise halten und ausbeuten. Massentierhaltung stellt für Viren ein optimales Versuchslabor zum Mutieren dar. Sie begünstigt zudem die Entstehung tödlicher Varianten, denn wenn Tiere so eng aufeinander leben, dass man auch vom sterbenden Wirt aus noch zum nächsten springen kann, gibt es für Viren, die sonst auf Überlebende als „Langzeitunterkunft“ angewiesen sind, keine Hemmung mehr. Die zweite Ursache liegt in der gnadenlosen Ausbeutung von Wildtieren. Hier werden Tiere ins menschliche Umfeld geholt, die da eigentlich gar nichts zu suchen hätten. Auch diese werden oft in qualvoller Enge gehalten. Laut Greger, eine riesige latente Gefahr, mit bis dato unbekannten Viren in Kontakt zu kommen.

Unser grausamer Umgang mit Tieren kommt anscheinend als Bumerang direkt auf uns zurück geflogen.

Hier noch ein Link zu Dr. Gregers spannendem Vortrag dieses Thema betreffend. Er ist allerdings auf englisch. https://www.youtube.com/watch?v=Se9yqWNIG8A



Fazit


Liebe Solawisten: Genießt euer Gemüse! Ihr seid auf dem richtigen Weg!


Foto von der Autorin