Energiesparen - Sind LED-Lampen wirklich die Lösung?

Ganz subjektiv

Also ganz subjektiv betrachtet, vermisse ich beim neuen Licht den Faktor „Gemütlichkeit“. Obwohl ich nur warmweiße Birnen benutze kommt in mir das Gefühl von Wärme unter LED-Beleuchtung nicht auf. Alles wirkt auf seltsame Weise fahl, unlebendig. Und schaue ich einmal aus Versehen direkt in eine der Lichtquellen, blendet das geradezu schmerzhaft.

Gute Argumente für LED-Beleuchtung

Es gibt eine ganze Menge vernünftiger Gründe, die für die Nutzung von LED-Leuchten sprechen. Mit ihrem geringen Verbrauch – sie benötigt sechsmal weniger Energie als eine herkömmliche Glühbirne – stellt sie einen wichtigen Hebel zum Stromsparen dar. Dabei ist ihre Lichtausbeute sehr hoch und ihre lange Lebensdauer aus ökologischer Sicht ebenfalls überzeugend. Anders als herkömmliche Energiesparlampen enthält sie kein giftiges Quecksilber und muss so auch nicht im Sondermüll entsorgt werden.

Was auch Befürworter als negative Aspekte anerkennen

Negativ schlägt bei der LED-Beleuchtung zum einen der recht teure Anschaffungspreis zu Buche. Experten ( LED Vor- und Nachteile ) warnen, dass Schnäppchenverhalten hier auch keine Lösung darstelle. Billige Produkte würden schnell an Lichtstärke und -qualität verlieren. Ein weiteres Handicap der LED-Technik liegt in den Schwierigkeiten, sie herunter zu dimmen. Hier braucht es komplizierte Steuerungsmodule. Und als letztes Argument soll an dieser Stelle erwähnt werden, dass man zur Herstellung von LED-Lampen seltene Erden benötigt, ein, wie der Name schon sagt, knapper Rohstoff, der zum Teil unter ausgesprochen umweltschädlichen Bedingungen gefördert wird.

Aus gesundheitlicher Sicht

Kritische Stimmen zum LED-Licht sind vor allem aus dem medizinischen Bereich zu vernehmen. (gut zusammengefasst im Ratgeber Gesundheit) Mithilfe von Laborversuchen an Ratten und auch in Vitro, also im Reagenzglas, an einzelnen Zellen, (Langzeitstudien an Menschen fehlen bislang) wurde nämlich festgestellt, dass Licht mit einem hohen Blauanteil, und genau das ist LED-Licht, schädlich ist. Zum einen scheint es dem Auge selbst nicht gut zu tun. Forscher konnten eine Zunahme entzündlicher Prozesse, eine Beschleunigung des Alterungsvorgangs, vermehrtes Entstehen freier Radikaler und eine eingeschränkte Fähigkeit zur Selbstheilung beobachten. So wird mittlerweile angenommen, dass das Lichtspektrum von LED-Lampen ein Faktor bei der Entwicklung einer Makuladegeneration sein kann. Das französische Institut für Gesundheit und Medizinforschung (Link) wies nach, dass es unter dem Einfluss von blauem Licht zur Überproduktion bestimmter Eiweißstoffe kommt, die dann eine Kettenreaktion auslösen, die bis zum Tod von Sehzellen führt. Zudem konnte beobachtet werden, dass besagtes Licht Pigmentzellen schädigt, wobei Abfallstoffe entstehen, die wiederum die Sehzellen schädigen.

Auch auf hormoneller Ebene wirkt sich das blaulastige LED-Licht negativ aus. „Licht wirkt bis in die kleinsten Molekularstrukturen“ erklärt es ein Bericht des NDR, und blaues Licht greife dabei vor allem in den Bereich der Melatoninproduktion, die unseren Schlaf-, Wachrhythmus steuert ein. „Fällt auch nur kurz blaues Licht auf das Auge, wird die Melatoninproduktion eingestellt. Das bringt den Schlafrhythmus durcheinander“, heißt es an gleicher Stelle. Perfiderweise wird das alles noch durch einen weiteren Faktor verstärkt: Im LED-Lichtspektrum ist der türkisblaue Bereich nur minimal vertreten, dabei ist es genau diese Frequenz, die unsere Pupille zum Zusammenziehen bei übermäßigem Lichteinfall anregt. LED hebelt diesen Schutzmechanismus aus. Das schädliche blaue Licht wird großzügig ins Auge gelassen!

Was tun?

Der Rat zur Frage „Was tun“ ist vielfältig. Von leicht einlösbaren kleinen Veränderungen bis zum eher Grundsätzlichen reicht das Spektrum der Ratgeber. Als erstes sollte man beim Kauf von LED-Leuchtmitteln eher welche im warm-weißen Bereich wählen. Die haben schon einen etwas kleineren Blauanteil als die kaltweiße Alternative. Zudem wird empfohlen im Wohnbereich mattierte Birnen und keine transparenten zu verwenden. Die Mattierten schützen das Auge beim direkten Hineinsehen ein wenig. Sie streuen etwas weiter aus. Noch verträglicher sind die sogenannten Retro-, Vintage- oder Kaminfeuerbirnen, deren gelb-oranger Glaskörper einen Großteil des blauen Lichtes herausfiltert. Bei Leselampen sollte man in gute Technik investieren und ein Modell mit Lichtfarbwechsler wählen. Da könne man den Anteil an blauem Licht herausregeln. Beim Umgang mit anderen Blaulichtquellen, wie Fernseher, Monitoren, Smartphones und E-Readern ist es nicht ganz einfach, aus der Bredouille zu kommen. Eine kleine Verbesserung schafft man, indem man zusätzlich zur schädlichen Lichtquelle noch mehr Beleuchtung einschaltet. Schaut man nämlich in dunkler Umgebung auf Bildschirm oder Display, sind die Pupillen geweitet und nehmen mehr schädliche Strahlung auf. Ist die Umgebung heller, verengen sich die Pupillen, mit dem gewünschten Schutzeffekt. Was bisher übliche Nachtmodusschaltungen angeht, sei deren Wirkung eher ernüchternd, das stellt jedenfalls Prof. Degle im Gespräch mit dem wdr fest. Die leicht verdunkelte Nachtmodusoberfläche der untersuchten Geräte wiese immer noch einen viel zu hohen Blaulichtanteil auf. Dieser Professor bringt seinen Rat kurz und bündig auf den Punkt: Verbringt weniger Zeit vor dem Bildschirm. E-Reader oder Handy im Bett sind eine sehr schlechte Wahl! Er selbst, sei übrigens großer Anhänger der altbewährten Glühbirne.

Persönliches Fazit

Ich fühle mich in meiner Wahrnehmung bestärkt! LED ist wohl wirklich nur mit Vorsicht zu genießen. In Sachen Beleuchtung orientiere ich mich gerade ein wenig um. Es kommen mehr Halogenlampen zum Einsatz. Deren Farbspektrum weist einen schönen harmonischen Bogen von wenig blau zu viel rot auf und ähnelt dem der Glühbirne. (Link) Was mich übrigens erst erstaunt hat, war, dass bei der Suche nach kritischen Artikeln zum Thema LED sofort Seiten der Elektronikindustrie auftauchten. Beim Lesen habe ich den Zusammenhang dann verstanden. Die Hersteller von Beleuchtungsprodukten wittern mit dem Aufkommen von immer mehr LED-kritischen Stimmen, nämlich schon wieder einen neuen Markt. Sun-like-Produkte, mit dem Tagesrhythmus steuerbare Hightech-Elemente ohne übermäßigen Blauanteil, sollen unters Volk gebracht werden!


Fotos: Grafik von files.vogel Glühbirnen von Novatec-gmbh